‚Old Smokey‘ getestet und angegrillt – cooler Kugelgrill-Ersatz für kleines Geld
Nachdem voriges Jahr unser alter Grill aus Gusseisen in viele Einzelteile zerbrochen ist, musste ein neuer Grill her. Unzählige Tage habe ich mir verschiedene Kugelgrille, Modelle und namenhafte Hersteller wie Weber oder Rössle angeschaut. Ausgiebig habe ich die Vor- und Nachteile verglichen und schnell bemerkt, dass ein Kugelgrill von Weber zwar mega toll sein wird, aber irgendwie nicht das ist was wir wollen und zudem recht teuer.
Der Urvater des Kugelgrills
Durch Zufall stieß ich dann auf den Old Smokey, der Urvater des Kugelgrills aus Texas. Diese etwas außergewöhnlich aussehende, kleine Tonne besteht aus aluminisiertem Stahlblech, ist recht einfach aufgebaut, sehr leicht und eigentlich für’s Camping gedacht. Ohne zu wollen, denkt man sofort an den netten, kleinen R2D2 aus StarWars. Er ist keine Schönheit, aber auf jeden Fall ein Hingucker.

Meine anfängliche Skepsis wurde allerdings durch zahlreiche Produktbewertungen sowie durch den Testbericht A und Testbericht B aus dem Grillsportforum schnell zerstreut. Zudem gibt es den Old Smokey schon seit Jahrzehnten.
Keep it simple! – Die Einfachheit und die Eigenschaften dieses Grills waren genau das was uns gefällt!
Old Smokey bestellt und zusammengebaut
Als wir uns für den Old Smokey entschieden, bestellte ich den Grill im Grillshop myBBQ.de – Nach dem zügigen Eintreffen, musste er natürlich auch zeitnah getestet werden. Heute war es dann soweit: Frühlingshafte 15°C luden ein anzugrillen. 😀
Der Aufbau des Old Smokeys war kinderleicht und ging schnell über die Bühne. Was sofort auffällt ist, dass der Grill erstaunlich stabil steht. Auch das allgemeine Feeling ist eher robust denn billig.



Man hat innen ein Blech auf dem die Kohle liegen wird und darüber das Grillrost. Im Boden und im Deckel ist jeweils ein regelbarer Lüftungschlitz und der Deckel hat einen Griff.

In amerikanischen YouTube-Videos haben wir gesehen, dass die Lüftung am Boden in vier Schritten (zu, 1/4 auf, 1/2 auf und ganz auf) angezeichnet wurden, so dass man bequem das untere Lüftungsloch durch diese Markierungen bedienen kann. Das haben wir gleich mal so übernommen.
Der erste Grilltest mit dem Old Smokey
Das Grillgut war bereit und nun ging es los: Briketts vom letzten Jahr auf eine Seite des Kohleblechs gelegt, mit Grillanzünder getränkt und mit der Lötlampe entzündet. Ungefähr 15-20 Minuten brauchten die Holzkohlebriketts bis sie genügend heiß waren und weiße Asche zusehen war. Natürlich würde dieser Teil mit einem Anzündkamin schneller gehen, aber es war keiner zur Hand.




Nun kam unser Abendbrot in Form von marinierten Kürbis und Brokkoli sowie zwei vegetarische Schnitzel auf das Grillrost. Wir legten das Grillgut nicht direkt über die Glut, sondern nutzen mehr die indirekte Hitze. Dieses Thema kannten wir von unserem alten Gussgrill gar nicht, da gab es nur Mitte oder Randbereich.



Nun kam der Deckel drauf und wir warteten geduldig. Der Grill rauchte andächtig aus dem oberen Loch vor sich hin.
Gutes Grillergebnis bei Gemüse
Das ganze Grillen hat beim ersten Test etwa 60 Minuten gedauert, davon war das Grillgut etwa 30 Minuten auf dem Rost. Für Gemüse eventuell etwas lang, da es anfing etwas auszutrocknen. Allgemein sind wir mit dem Grillergebnis aber sehr zufrieden: Alles war gut durch, alles hatte ein angenehmes Grillaroma. Nur eines der Schnitzel war leicht angebrannt, weil es versehentlich zu sehr über die Glut gelegt wurde.

Einer der großen Vorteile ist (das betrifft nicht nur den Old Smokey), dass Öl aus der Marinade nicht direkt in die Glut tropfen kann und somit wenig gesundheitsschädliche polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen. Dem Raucharoma hat es keinen Abbruch getan.
Unser Fazit zum Old Smokey Test
Der Old Smokey ist definitiv eine gute und preisgünstige Alternative zum klassischen Kugelgrill. Die Bauweise ist sehr einfach gehalten, man kann problemlos selbst Zubehör wie Thermometer oder lange Beine daran anbringen und auch kleine Defekte selbst reparieren. Er zieht ordentlich und schließt recht gut ab. Das Grillergebnis ist sehr gut (wir haben bislang allerdings nur Gemüse und vegetarische Schnitzel getestet).

Der Old Smokey ist genau der richtige Grill für BBQ-Freunde, welche das Grillen mit indirekter Hitze bevorzugen, ihren Grill modden wollen, keinen Wert auf Schnickschnack legen und kein Problem damit haben, wenn er nicht nach viel Geld aussieht. Bei diesem Grill zählt das Ergebnis und nicht der Weg dahin.
Fragen und Kommentare sind natürlich erwünscht. 🙂
Dieser Beitrag wurde am Sonntag, 05. März 2017 um 18:28 Uhr veröffentlicht.
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2 Kommentare
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1. – Hauptstadtgarten
Kommentar vom 22. März 2017 um 16:39
Also ich finde, dass der Grill auch super aussieht! (Aber ich mags auch gerne simpel und „industrial“)
Viel Spaß beim Grillen!
2. – Olli
Kommentar vom 22. März 2017 um 16:47
Danke – ich glaube den werden wir auf jeden Fall haben. Mal sehen wie das Teil sich zum räuchern eignet.
Wir finden den übrigens nicht hässlich oder so. Ich mein wer mag den R2D2 aus Starwars nicht? 🙂
Es ist aber eben kein shiny bling bling Kugelgrill der einem gegebenenfalls auch schnell mal unterm Hintern weg geklaut wird 😉